Talente glänzen bei JazzClubNight

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Mit der Lust auf Experimente
JazzClubNight der Jacob-Grimm-Schule im Theaterstübchen

VON LINDA STEDEROTH
Kassel – Wenn Theaterstübchen-Betreiber Markus Knierim schon bei den Proben vor dem Konzert am Mittwochabend schwer beeindruckt war und sich fragte, ob die Jazz-Ensembles und die Bigband der Jacob-Grimm-Schule überhaupt noch über sich hinauswachsen können, hat das Gewicht. Schließlich treten in seinem Club die ganz Großen der Szene auf. Dass sich unter den Schülern bereits der ein oder andere junge Musiker mit großer musikalischer Zukunft befindet, ist nicht unwahrscheinlich, gilt doch die JGS seit Jahren als Talentschmiede. Auch, weil neben den über die Schulgrenzen hinweg etablierten Formationen wie der Bigband Ensembles wie das Grimm-Tentett entstanden sind. Und die an der 2018 erstmalig eingerichteten Jazz-Werkstatt Beteiligten traten bereits im Vorprogramm von Triosence auf.
Für das zahlreich erschienene Publikum haben die Formationen selbstarrangierte und -komponierte Stücke mitgebracht, die sich hören lassen können. Die Komposition einer Schülerin für Saxofon und Klavier stellt sich gleich zu Beginn als richtige Perle heraus. Nach einem melancholisch-stimmungsvollen Einstieg sorgt ein Bogen aus Intervallsprüngen für Spannung. Aber auch die nächste Eigenkomposition eines Schülers („Red Fire“), die sich durch interessante Harmonien, starke rhythmische Impulse und paralleles Saxofonspiel auszeichnet, steht ihrer Vorgängerin in nichts nach.
Als Nächstes spielt das Grimm-Tentett, allerdings nur als Sextett, ein Eigenarrangement von „Got the Funk“ und das spannende „Combosition“, das bei den Proben entstanden ist und sich durch hohe Experimentalität auszeichnet. Das Programm nach der Pause gestaltet die Bigband des Schulverbundes von Jacob-Grimm- und Heinrich-Schütz-Schule, angeleitet von Lehrerin Lisa Sommerfeld, mit Songs von den Beatles bis Stevie Wonder und einem Funk-Medley als Zugabe, bei dem die Gesangstalente Marvin Diegel, Anneli Küch und Sofia Meisner neben den Instrumentalisten glänzen.

HNA-Artikel vom 10.5.2019